Obwohl Kunden die größte Akteursgruppe im Kontext sexueller Arbeit darstellen, wurden sie in der historischen Forschung bislang weitgehend vernachlässigt. Der Beitrag nutzt Briefe eines Stammkunden aus den 1950er Jahren, um die Perspektive der Nachfrageseite sichtbar zu machen.
„Leider musste ich alle Privatwünsche zurückstellen, […] denn die Ärzte haben Milieuwechsel empfohlen und das waren die Wiener Fahrten, bei denen ich mich doch Dank Deiner lieben Gesellschaft immer am besten erholt und wohl gefühlt habe. […]. Nun, liebe Poldi, ich hoffe, dass Dich meine Zeilen recht wohl antreffen und es Dich auch wenigstens ein bisschen interessiert hat, was mit mir los ist, ich bin viel im [sic!] Gedanken bei Dir, habe ich mich doch schon so an Dich gewöhnt […] Inzwischen wünscht Dir nun einstweilen schöne Osterfeiertage, Dich wohlauf hoffend, in alter Freundschaft, Leo.“1
Mit diesen Worten wandte sich ein gewisser Leo im April 1957 an eine Frau namens Poldi. In vertrautem, intimem Ton schilderte der 65-Jährige, warum er sich länger nicht melden konnte, berichtet von gesundheitlichen Sorgen und verweist auf gemeinsam verbrachte Zeit und Geschenke.

Auf den ersten Blick erinnert der Brief an zeitgenössische Korrespondenzen zwischen Liebenden oder engen Freund:innen.2 Erst der Auffindungsort des Schreibens – ein Ermittlungsakt zu einem Mordfall im Wiener Stadt- und Landesarchiv – hilft, die Beziehung in ihren spezifischen Kontext einzuordnen: Die Adressatin Leopoldine Ratzky ging als „Kontrollprostituierte“ der sexuellen Arbeit nach, der Absender Leopold Huber war über acht Jahre hinweg einer ihrer Stammkunden.3
Kunden im Quellenmaterial
Dass ein solcher Brief überliefert ist, stellt eine Ausnahme dar. In Österreich unterlag nur das Angebot sexueller Dienstleistungen gesetzlichen Vorgaben und strengen Kontrollen.4 Wollten Frauen der geduldeten Prostitution nachgehen, mussten sie sich als „Kontrollprosituierte“ polizeilich anmelden und wöchentlich untersuchen lassen. Kunden blieben rechtlich unbehelligt und werden folglich im polizeilichen Quellenmaterial nur zufällig sichtbar, etwa bei (gewalttätigen) Konflikten oder Kontakten mit illegal tätigen „Geheimprostituierten“ – also Frauen, die ohne Anmeldung sexuelle Dienstleistungen anboten oder verkauften.
Um Kunden dennoch historisch greifbar zu machen, bedarf es heterogener Materialien und eines methodischen Perspektivenwechsels: Gesundheitsamts- und Gerichtsdokumente, zeitgenössische Ratgeber oder Ego-Dokumente müssen „gegen den Strich“ gelesen werden.5 Gerade private Briefe wie jene von Leopold Huber ergänzen dieses Bild um die Perspektive des Kunden selbst: Emotionen, Selbstbilder und Bedeutungszuschreibungen über die Inanspruchnahme sexueller Dienstleistungen, die in behördlichen Quellen kaum sichtbar werden.
Kunden und Sexualitäts- und Männlichkeitsideale
In der Gesetzeslage und der spärlichen Quellenlage verdeutlichen sich zeitgenössische Vorstellungen von Sexualität und Geschlecht. Männern wurde der Konsum sexueller Dienstleistungen gesellschaftlich weitgehend zugestanden. Diese Akzeptanz speiste sich wiederum aus älteren Annahmen einer besonders starken, triebhaften männlichen Sexualität, die Prostitution als notwendiges „Ventil“ verstand.6
Diese Deutungen standen in auffälligem Widerspruch zur Sexualmoral der Nachkriegszeit. Ab den späten 1950er und 1960er Jahren kehrte die österreichische Gesellschaft zu konservativen Werten zurück und die Kleinfamilie etablierte sich als Norm – beispielsweise waren rund 90 Prozent der Bevölkerung verheiratet.7 (Junge) Männer konnten die geltende Sexualmoral jedoch nach wie vor mit vor- und außerehelichen Sexualkontakten unterwandern.8
Zeitgenössische Umfragen zeigen die weite Verbreitung des Sexkaufs: In Westdeutschland „outeten“ sich 1949 beispielsweise rund zwei Drittel der Befragten als Kunden, 1960 berichteten 60 Prozent der in Spanien befragten Männer von ihrem ersten Sex in einem kommerziellen Setting.9 Gleichzeitig waren Frauen, die der sexuellen Arbeit nachgingen, gesellschaftlich stigmatisiert. „Die Prostituierte“ diente weiterhin als Negativfolie, um das Ideal der sittsamen Ehefrau zu etablieren und gesellschaftliche Grenzen festzulegen – die gesellschaftliche Doppelmoral blieb also bestehen.10
Kunden im Spiegel zeitgenössischer Ratgeber

Diese Prostitutionspolitik und die damit transportierte Sichtweise auf männliche Sexualität spiegeln sich auch in zeitgenössischen Ratgebern wider. Die 1949 erschienene Broschüre Die Prostitution und ihre Gefahren erklärte den Konsum primär über männliche „Instinkte“ und sexuelle Bedürfnisse und naturalisierte ihn damit. Auffällig ist, dass für die Existenz der Prostitution und die „Sittenverderbnis“ jedoch nahezu ausschließlich Frauen, die der sexuellen Arbeit nachgingen, verantwortlich gemacht wurden. Männer wurden hingegen als triebhaft, passiv und gleichzeitig vulnerabel dargestellt, etwa wenn sie an den „abwegigen Eigenheiten der Dirnen Gefallen“11 fänden.
Sieben Jahre später zeichnet der Ratgeber 1×1 des glücklichen Lebens (1956) hingegen ein kritisches Bild von Kunden und weist auf einen möglichen Deutungswandel hin. Vor dem Hintergrund einer gelockerten Sexualmoral wird Prostitution hier als unzeitgemäß, unmännlich und deviant dargestellt. Angesichts möglicher vorehelicher Verhältnisse seien nur noch „neurotisch-gehemmte“ oder „perverse“ Männer auf dieses „Ventil“ angewiesen.12 Kunden bewegten sich also zwischen Normalisierung und Pathologisierung und gerade diese ambivalenten Deutungen machen sie zu aufschlussreichen historischen Akteuren.
Ein „cold case“ als Quellenfundus
Zurück zum eingangs erwähnten Gerichtsakt. Trotz umfangreicher Ermittlungen und einiger Verdächtiger blieb der Mord an der 59-jährigen Leopoldine Ratzky im Jahr 1957 ungeklärt. Der fast 500-seitigen Ermittlungsakt ist jedoch für die historische Auseinandersetzung mit sexueller Arbeit besonders aufschlussreich, denn die Beamten tauchten tief in Ratzkys privates und berufliches Umfeld ein, wodurch ansonsten kaum sichtbare Personen, wie etwa Stammkunden, zum Vorschein kommen. Anhand von Visitenkarten, Briefen und Notizen spürten sie mehrere Männer auf.
Die Protokolle dieser Einvernahmen geben Einblicke in die Berufe, soziökonomischen Hintergründe, Lebenssituationen und Konsumpraktiken mehrerer Stammkunden: Ein 52-jähriger, verheirateter Briefmarkenhändler besuchte Ratzky beispielsweise zwischen 1952 und 1955 einmal jährlich und bezahlte vierzig Schilling für „Mund- und normale[n] Geschlechtsverkehr“13. Einen Stammkunden aus „Aristokratenkreisen“ traf Ratzky wöchentlich.14 Ein „feiner alter Herr“ aus Linz kündigte seine Besuche postalisch an und zahlte stets 200 Schilling.15 Leopold Huber selbst besuchte Ratzky seit 1949 zweimal jährlich und gab ihr 200 Schilling sowie Geschenke wie Wein und Pralinen.16 Die Akte zeigt, dass diese Kunden und Leopoldine Ratzky jeweils individuelle Frequenzen, Routinen und Preise vereinbarten.
Briefe eines Stammkunden
Leopold Huber, der Verfasser des eingangs zitierten Briefes, galt zunächst selbst als Tatverdächtiger. Der 1892 geborene, vermögende Bilanzbuchhalter lebte in Wiener Neustadt und war seit 1919 verheiratet. Seine kinderlose Ehe beschrieb er als sexuell unerfüllt, denn seine Frau habe ihm zufolge „an einem Geschlechtsverkehr kein Interesse“ und wisse, so die Polizei, „angeblich“ über die Wienbesuche ihres Mannes Bescheid. Zweimal jährlich reiste Huber nach Wien und traf Ratzky, zusammen besuchten sie Theatervorstellungen oder Lokale und verbrachten die Nacht in ihrer Wohnung im ersten Bezirk.

Historisch betrachtet war sexuelle Arbeit stets mehr als bloße sexuelle Praktiken und konnte Intimität, Zweisamkeit und Zuneigung umfassen, was auch die vorliegenden Quellen zeigen.17 Neben sexueller und emotionaler Intimität teilten die beiden auch Unterhaltungen, gemeinsam verbrachte Zeit und das kulturelle Erleben der Großstadt. Hubers Briefe zeugen von einem vertrauten Naheverhältnis, wenn er über berufliche Sorgen, gesundheitliche Beschwerden und Alltagsprobleme berichtet. Er nimmt Bezug auf gemeinsame Gespräche, erinnert an vergangene Treffen und äußert den Wunsch nach einer authentischen, auf beidseitigem Interesse beruhenden Verbindung. Durch die Briefe stellte er auch zwischen Treffen Intimität und Vertrauen her.18
Kunden in der rezenten soziologischen Forschung
Bemerkenswert ist, wie stark sich Hubers Briefe und die darin geäußerten Bedürfnisse mit Erkenntnissen gegenwärtiger soziologischer Forschung decken: Studien von Teela Sanders zeigen, dass besonders Stammkunden nach emotionaler Intimität und „authentischen“ Begegnungen suchen, die über rein körperliche Erfahrungen hinausgehen.19 Elizabeth Bernstein beschreibt dieses Phänomen als „bonded authenticity“ oder „girlfriend experience“.
Bei diesen oft länger dauernden Kontakten werden, anders als etwa bei jenen am „Straßenstrich“, auch Intimitäten wie Küsse oder Umarmungen ausgetauscht, wodurch sie herkömmlichen Beziehungen ähneln. Dennoch finden diese Kontakte innerhalb vorgegebener zeitlicher, körperlicher und ökonomischer Grenzen statt.20
Fazit
Wissenschaftliche wie aktivistische Auseinandersetzungen mit sexueller Arbeit verstehen oftmals alleinig die Nachfrage bzw. den männlichen Konsum als die Ursache der Prostitution. Während Angebot und Nachfrage eng verwoben sind, bedarf es einer breiteren Betrachtung, die auch gesellschaftliche Machtverhältnisse, finanzielle Möglichkeiten und zeitgenössische Geschlechter- und Moralvorstellungen miteinbezieht.21
Gleichzeitig sind Männer, die sexuelle Dienstleistungen in Anspruch nahmen, eine nach wie vor unterbeleuchtete Akteursgruppe. Trotz des gesteigerten Interesses an der Geschichte der Prostitution in den letzten 30 Jahren ist über Kunden, ihre sozioökonomischen Hintergründe, ihre Motive und Konsumpraktiken relativ wenig bekannt. Bei einem gleichzeitigen Fokus auf die Anbieterinnen führt(e) dies auch in der historischen Auseinandersetzung zu einer problematischen Naturalisierung der sexuellen Arbeit von Frauen sowie der Inanspruchnahme von kommerziellem Sex.
Fallstudien wie die hier exemplarisch angeführten Briefe von Leopold Huber zeigen, dass männliche (Stamm-)Kunden sexueller Dienstleistungen als Akteure mit spezifischen Emotionen, Bedürfnissen und Selbstbildern verstanden werden müssen. Um sexuelle Arbeit als historisches Phänomen adäquat fassen zu können, ist die Auseinandersetzung mit Kunden unerlässlich. Sie wirkt einer naturalisierenden und damit ahistorischen Perspektive auf den Konsum sexueller Dienstleistungen entgegen und hilft, den Fokus auf dessen sozioökonomische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu verschieben.
Abbildungen
Abb. 1: Alle realen Personennamen wurden aus Datenschutzgründen unkenntlich gemacht und durch Pseudonyme ersetzt. Quelle: WStLA, LG Straf., Vr 3680/1957, Brief Huber an Ratzky, 19.4.1957, 2. Foto: Nora Lehner
Abb. 2: Rauscher, Rudolf. Die Prostitution und ihre Gefahren. Verl. f. universelle Wissensgebiete, 1949. Foto: Nora Lehner
Abb. 3: Alle realen Personennamen wurden aus Datenschutzgründen unkenntlich gemacht und durch Pseudonyme ersetzt. Quelle: WStLA, LG Straf., Vr 3680/1957, Brief Huber an Ratzky, 9.5.1957, 1. Foto: Nora Lehner
Anmerkungen
- WStLA, LG Straf., Vr 3680/1957, Brief Huber an Ratzky, 19.4.1957, 2.
- Brigitte Semanek, „Von ‚schönen Stunden‘. Die Sprache des Sexuellen in Briefen von den 1870er zu den 1970er Jahren“, in Liebe schreiben. Paarkorrespondenzen im Kontext des 19. und 20. Jahrhunderts (Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2017), 324-291.
- Aus datenschutzrechtlichen Gründen wurden alle in den Gerichtsakten genannten Personen mit Pseudonymen bezeichnet.
- Birgit Sauer, „Zweifelhafte Rationalität. Prostitutionspolitiken in Österreich und Slowenien“, in Verhandlungen im Zwielicht. Momente der Prostitution in Geschichte und Gegenwart, hg. von Sabine Grenz und Martin Lücke (Bielefeld: Transcript, 2006), 77–94, https://doi.org/10.14361/9783839405499-004. Der Konsum sexueller Dienstleistungen in einem homosexuellen Setting unterlag jedoch dem Homosexualität kriminalisierenden Paragrafen des Strafgesetzbuches.
- Franca Iacovetta und Wendy Mitchinson, „Introduction. Social History and Case Files Research“, in On the Case. Explorations in Social History, hg. von Franca Iacovetta und Wendy Mitchinson (Toronto: University of Toronto Press, 2016), 13; Stephen Robertson, „What’s Law Got to Do with It? Legal Records and Sexual Histories“, Journal of the History of Sexuality 14, Nr. 1/2 (2005): 162 ff.
- Zu vergeschlechtlichen Konzepten von Begierde, Lust und Sexualität siehe Franz X. Eder, Kultur der Begierde. Eine Geschichte der Sexualität, 2. Aufl. (München: Beck, 2009), 133 ff.; Franz X. Eder, „Normen und Normalität der Lust vom 18. bis zum 20. Jahrhundert“, in Sex in Wien − Lust. Kontrolle. Ungehorsam, hg. von Andreas Brunner u. a. (Wien: Metroverlag, 2016), 315. Speziell in homosozialen Kontexten wie dem Militär erfüllten (gemeinsame) Bordellbesuche eine zusätzliche soziale Funktion: sie galten als Initiationsritus, als Mittel des „male bonding“ und sollten heterosexuelle Orientierung und Männlichkeit verfestigen, siehe Gunz, Daniel. „Männlichkeit und sexuelle Dienstleistungen innerhalb der Streitkräfte Österreich-Ungarns vor dem Ersten Weltkrieg“. In Sozioökonomie der Sexualitäten im 20. Jahrhundert, hg. von Paul M. Horntrich und Nora M. Lehner, 42:49–73. Sozial- und wirtschaftshistorische Studien. Wien: Böhlau, 2025; Julia Laite, Common Prostitutes and Ordinary Citizens. Commercial Sex in London, 1885–1960. Houndmills: Palgrave Macmillan, 2012, 48 f.; Chiara Bertone und Raffaella Ferrero Camoletto, „Beyond the Client. Exploring Men’s Sexual Scripting“, in Understanding Sex for Sale (London: Routledge, 2018), 105 f.; Sabine Grenz, (Un)heimliche Lust. Über den Konsum sexueller Dienstleistungen, 2. Aufl. (Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2007), 26.
- Johanna Gehmacher und Maria Mesner, Land der Söhne. Geschlechterverhältnisse in der Zweiten Republik, Österreich − Zweite Republik 17 (Innsbruck: StudienVerlag, 2007), 58.
- Franz X. Eder, „‚Auf die „gesunde Sinnlichkeit“ der Nationalsozialisten folgte der Einfluss der Amerikaner‘. Sexualität und Medien vom Nationalsozialismus bis zur Sexuellen Revolution“, Zeitenblicke, Sexualität, Bd. 7, Nr. 3 (2008): Abs. 23–28, http://www.zeitenblicke.de/2008/3/eder; Dagmar Herzog, Sexuality in Europe. A Twentieth-Century History (Cambridge: Cambridge University Press, 2011), 98 f.
- Eder, Kultur, 215. Herzog, Sexuality, 104.
- Sybille Steinbacher, Wie der Sex nach Deutschland kam. Der Kampf um Sittlichkeit und Anstand in der frühen Bundesrepublik (München: Siedler, 2011), 95.
- Schriftenfolge für’s praktische Leben (Wien: Verlag für universelle Wissensgebiete, 1949), 22:20.
- Ewald Bohm, „Ich verstehe nicht die Männer, die mit Prostituierten…“, in 1×1 des glücklichen Lebens. Ein praktischer Wegweiser zum Erfolg in Alltag, Liebe und Erziehung, hg. von Georg Fischof und W. A. Oerley (Frankfurt am Main, Wien: Forum, 1956), 436 f.
- WStLA, LG Straf., Vr 3680/1957, Polizeidir, Wien SB, Befragung, II-6457/SB/57, 28.5.1957, 379–380.
- WStLA, LG Straf., Vr 3680/1957, Polizeidir. Wien SB, Befragung, II-6457/SB/57, 16.5.1957, 217.
- WStLA, LG Straf., Vr 3680/1957, SB Befragung, 14.5.1957, 143.
- WStLA, LG Straf., Vr 3680/1957, II-6457/SB/57 Huber Leopold, Befragung, 100. Die überlieferten Briefe dürften nur einen Bruchteil seiner Korrespondenz darstellen.
- Magaly Rodríguez García, „Defining Commercial Sexualities, Past and Present“, in The Routledge Research Companion to Geographies of Sex and Sexualities, hg. von Gavin Brown und Kath Browne (London, New York: Routledge, 2016), 327.
- Eine ähnliche Funktion attestiert Erik Cohen den Briefen, die ausländische Männer an thailändische Frauen in den frühen 1980er Jahren im Kontext des „Sextourismus“ verfassten: Die Korrespondenzen nutzten sie, um zwischen den Aufenthalten in Thailand die intime Verbindung aufrecht zu erhalten und Authentizität herzustellen, aber auch um – wenngleich nicht erfolgreich – kontrollierend in die Leben der Frauen einzugreifen, siehe Erik Cohen, „Lovelorn Farangs. The Correspondence between Foreign Men and Thai Girls“, Anthropological Quarterly 59, Nr. 3 (1986): 119 ff., https://doi.org/10.2307/3317198.
- Teela Sanders, „Male Sexual Scripts. Intimacy, Sexuality and Pleasure in the Purchase of Commercial Sex“, Sociology 42, Nr. 4 (2008): 404. Manche Sexarbeiterinnen bevorzugen, so Sanders, die Arbeit mit Stammkunden, da es in diesem Kontext zu weniger Zwischenfällen, Zahlungsverweigerungen oder Grenzüberschreitungen von Kunden komme. Gleichzeitig erfordere diese Tätigkeit mehr emotionale Arbeit.
- Sanders, „Scripts“, 407; siehe hierzu auch Bernstein, „‚Girlfriend Experience‘“.
- Elisa Camiscioli und Eva Payne, „Demand. Biological Imperative, Deviant Desire, or Cultural Myth?“, Radical History Review, Troubling Terms and the Sex Trades, Nr. 149 (2024): 122 ff., https://doi.org/10.1215/01636545-11027509.
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