Kassandrarufe im Natur- und Umweltschutz. Frauenstimmen in der Umweltgeschichte 

Rufe nach der Bewahrung von Natur und Umwelt – zum Schutz der Menschen – ertönen nicht erst in der gegenwärtigen Zeit lautstark, sondern sind ein Kontinuum in der Umweltgeschichte. Dieser Beitrag widmet sich Frauenstimmen in der Geschichte des Natur- und Umweltschutzes.

Ich weiß nicht warum, mir war das völlig klar seit ich denken kann, dass wir ungebremst gegen die Wand fahren.

Interview mit Edda Breit, 28.2.2023.[1]

Umwelt, Krisenwahrnehmung und Geschlecht

Akute Risiken, wie durch den Klimawandel bedingte Naturkatastrophen oder Atomreaktor-Unfälle, sind oft Auslöser für Verunsicherungen auf individueller und gesellschaftlicher Ebene. Die gegenwärtig geforderte ‚Zeitenwende‘ für Umweltschutz sowie Klima- und Umweltgerechtigkeit[2] verdeutlicht nicht nur eine aktuell dramatische Krisensituation und die damit einhergehende Verunsicherung. Sie stellt auch die grundlegende Frage nach der Beziehung zwischen Mensch und Umwelt bzw. zwischen Menschen, Gesellschaften und ihren Umwelten.[3]

Abbildung des Tweets von Greta Thunberg mit dem Zitat aus dem Text und einem Porträtfoto von ihr mit schwarzem Sweater und geflochtenen Haaren.
Abb. 1: Tweet der Klimaaktivistin Greta Thunberg zum Weltfrauentag 2020.

Dabei spielt Geschlecht in historischer wie gegenwärtiger Perspektive als soziale Differenzkategorie eine zentrale Rolle – etwa hinsichtlich geschlechtsspezifischer Handlungsräume oder Vulnerabilitäten und Bewältigungsstrategien von Krisen.[4] Greta Thunberg, die Gallionsfigur der gegenwärtigen jungen Umweltbewegung, knüpft mit ihrer Einsicht zur Bedeutung von Geschlechtergerechtigkeit an etablierte Diskurse aus dem Feminismus und der Geschlechterforschung[5] der letzten Jahrzehnte an und konstatierte 2020 zum Weltfrauentag auf dem Social Media Nachrichtendienst X (vormals Twitter):

We cannot have climate justice without gender equity.

Greta Thunberg, 8.3.2020.
Ausschnitt aus der feministischen Zeitschrift anschlage mit einer Zeichnung einer Frau, die die Welt in den Händen trägt. Der Text darunter ist: "Frauen alleine die Verantwortung zu übertragen, die Erde und das Leben zu bewahren, ist eine Zumutung."
Abb. 2: Zeichnung in der an.schläge (September 1995), 17.

In diesem fernetzt-Beitrag wird in den Blick genommen, mit welchen Motivationen Frauen[6] sich im 20. Jahrhundert für den Natur- und Umweltschutz engagierten und mit welchen Erwartungen, Hoffnungen sowie Abweisungen und Frustrationen sie konfrontiert wurden. Gerade Frauen wurden in der Vergangenheit, bis in die Gegenwart häufig ignoriert und abgewertet. In patriarchalen, paternalistischen und männlich-hegemonialen Systemen wie der Wissenschaft und der Politik wurden ihre Standpunkte mit geschlechtsspezifischen Zuschreibungen wie vermeintlicher Emotionalität und Hysterie diskreditiert.[7] Gleichzeitig wurde ihnen auf diskursiver Ebene die Verantwortung, sich um die Umwelt zu sorgen, mit Zuschreibungen der weiblichen Fürsorge und der Konsumverantwortung zugewiesen.[8]

Mithilfe von Statements ausgewählter Aktivistinnen seit dem frühen 20. Jahrhundert werden im Folgenden Schlaglichter auf manch elementare Fragen und Kontinuitäten in der Geschichte des Natur- und Umweltschutzes – wie etwa jene der wechselseitigen Beziehung zwischen Menschen, Umwelt und Gesundheit – geworfen. 

Zwei zentrale Aspekte, die Umweltschützer*innen nicht müde werden zu betonen, sind die Interpretation der Situation als Krise und die Frage nach der menschlichen Verantwortung. Die Sozialwissenschaftlerin und Klimaaktivistin Imeh Ituen etwa spricht in diesem Sinne von einer notwendigen gesellschaftlichen Transformation:

Wir brauchen dringend eine Transformation, weil wir in einem System leben, das eine Krise nach der nächsten hervorbringt und die Klimakrise ist leider nur ein Beispiel dafür. […] Was wir uns bewusst machen sollten, ist, dass die Natur nicht zerstört werden kann, ohne dass gleichzeitig das Leben beziehungsweise die Lebensgrundlage von Menschen zerstört wird.

AStA Kassel, Klimagerechtigkeit aus Schwarzer, rassismuskritischer Perspektive: Imeh Ituen & Joshua Kwesi Aikins, 11.8.2020, Vortragsreihe „Zukunft gestalten – jetzt! Von der Empörung zur Veränderung“.
Vollfiguriges Doppelporträt in einem Park. Edith Ebers ist links im Bild im Viertelprofil nach links gewandt zu sehen. Sie hat ihre Arme in ihre Hüften gestemmt und trägt einen langen dunklen Rock, ... - Quelle: http://www.gnm.de/museum/abteilungen-anlaufstellen/deutsches-kunstarchiv/
Abb. 3: Edith und Hermann Ebers in einem Park um 1928.

Ähnlich argumentierte Edith Ebers, die deutsche Glaziologin, Naturschützerin und Mitbegründerin der Internationalen Alpenschutzkommission CIPRA, bereits 1942 in ihrer Forderung „Schützt unsere Umwelt!“:[9]

Wir fragen uns: sind wir letzten Endes diesen Umweltsveränderungen auch wirklich gewachsen? […] Denn, daß eine Umwelt eine Ganzheit ist, das zu erkennen und die nötige Ehrfurcht vor dieser Tatsache aufzubringen, muß der Ausgangspunkt alles Handelns im Rahmen der Umwelt sein.

Edith Ebers, Schützt unsere Umwelt!, in: Jahrbuch des Vereins zum Schutze der Alpenpflanzen und -tiere 14 (1942), 47–51, 47f.

Gesundheit von Mensch und Natur

Das Bewusstsein, dass der Mensch Teil seiner Umwelt ist, die er gestaltet und die auf ihn rückwirkt, war spätestens im 19. Jahrhundert ein gesellschaftsprägendes Diskurselement und führte dazu, dass sich besorgte Menschen ihrem Schutz widmeten – wenn auch mit unterschiedlichen Vorstellungen, Wertsetzungen und Lösungsstrategien.[10]

Zeichnung aus dem Jahr 1858, in der "the Punch" die Krankheiten der Themse in England beklagt. Die personifizierte Figur der London sieht auf die Figur der Themse, der zwei Kinder zur London hinschiebt, die von Unterernährung und Krankheit gezeichnet sind.
Abb. 4: The Punch or the London Charivari, 3.7.1858.

Eines der Hauptmotive für aktivistische Bestrebungen war und ist die Sorge um die Gesundheit – die eigene, jene der Kinder sowie zukünftiger Generationen. Dies kam bereits in der Hygiene- und Lebensreformbewegung des 19. Jahrhunderts zum Tragen (siehe Abb.4) und erfuhr insbesondere in der Antiatombewegung der 1970er Jahre einen Höhepunkt.

Mit den neuen sozialen und „grünen“ Bewegungen – spätestens aber mit dem einschneidenden Ereignis von Tschernobyl 1986 – schien der Schutz der Umwelt nicht mehr nur wichtig um, ein gesundes und angenehmes Leben führen zu können, sondern vielmehr zwingend notwendig für ein Überleben der Menschheit selbst.[11] Halo (Hannelore) Saibold, ehemalige Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen in der BRD, brachte dies 1987 auf den Punkt:

Unsere Situation ist bekannt: Luft, Wasser, Boden, die gesamte Umwelt ist von der Muttermilch bis zum Wald verseucht. Tiere und Pflanzen sterben aus, die Ozonschicht unserer Erde wird bedroht. Der vorläufige Höhepunkt umweltschädigender Katastrophen war Tschernobyl. Sind wir dieser Entwicklung hilflos ausgeliefert oder können wir doch als einzelne etwas tun?

Halo Saibold, Widerstand durch den Einkaufskorb. Die Macht des Konsums, in: DIE GRÜNEN/AK, Frauen & Ökologie, 165.

Lösungsstrategien

Aktivist*innen und Akteur*innen aus den unterschiedlichsten Kontexten – etwa der Wissenschaft, der Politik oder der sozialen Bewegungen – stellten sich den drohenden Umwelteinflüssen und -gefahren nicht nur mittels gesellschaftskritischer Fragen und Anklagen,[12] sondern konkreter Aktivitäten, Agitationen und Lösungsvorschläge. 

Die deutsche Forscherin und Schriftstellerin Annie Francé-Harrar, die sich mit ihrem Ehemann Raoul Francé dem Thema Boden widmete, war zum Beispiel eine solche „frühe Öko-Kassandra, aber eine, die es nicht bei Warnungen beließ, sondern zugleich über Lösungen nachdachte und an deren Umsetzung mitwirkte“.[13] In ihrem Buch „Die letzte Chance für eine Zukunft ohne Not“ verwies sie 1950 auf die Bedeutung des Humus bzw. der Bodenfruchtbarkeit als Grundlage allen irdischen Lebens und auf notwendige Veränderungen:

Zeichnung einer Frau mit mehreren Regenwürmern, daneben sitzt ein Mann mit einem Schild "Homo sapiens". Ein Text unter der Zeichnung lautet: "Edaphon entsendet mit dem freien Auge wahrnehmbare Vertreter seiner Lebewelt als dankbare Geburtstaggratulanten. Seewalchen, 2. Dezember 1951.
Abb. 5: Annie-Francé Harrar und die Bodenlebewelt „Edaphon“, Zeichnung 1951.

Aber es gibt einen Weg. Wir müssen ihn nur einschlagen. […] Wenn wir in genügendem Ausmaß Humus mit Humus ersetzen […]. Denn Humus war und ist nicht nur der Urernährer der ganzen Welt, sondern auch der alles Irdische umfassende Lebensraum, auf den alles Lebende angewiesen ist. Bleibt uns also überhaupt noch eine andere Chance?

Annie Francé-Harrar, Die letzte Chance. Für eine Zukunft ohne Not. München 2007 [1950], 650.

Für viele der Akteurinnen, die sich gesellschaftspolitischen Anliegen widmeten, waren Frauengruppen und weiblich dominierte Netzwerke sowie Kommunikationssysteme ein wichtiger Handlungsraum. So engagierten sie sich um die 1970er in zahlreiche Mütter-Gruppierungen (z.B. Mütter gegen Atomkraft),[14] die allerorts in Deutschland und Österreich gegründet wurden. Wichtig waren zudem die internationalen Netzwerke und Treffen aus der Frauen-, Friedens- und Umweltbewegung: Aktivistinnen versammelten sich bei Antiatommärschen oder Veranstaltungen wie dem „World Women’s Congress for a Healthy Planet“ 1991 in Miami Florida.[15]

Kassandras in der Wüste

Viele am Natur- und Umweltschutz beteiligte Menschen drückten indes immer wieder das Gefühl von Hilflosigkeit, Verzweiflung und Stillstand aus: Trotz der Bewegungen scheint sich wenig zu bewegen. Die österreichische Musikerin und Umweltaktivistin Edda Breit urteilt heute rückblickend:

Aber ich muss schon sagen, dass das im Rückblick – denn das war mir damals nicht so bewusst – wahnsinnig enttäuschend war, dass von all diesen dringlichen Themen, die angegangen werden müssen, sich eigentlich eh nichts bewegt.

Interview mit Edda Breit, 28.2.2023.

Ein heterogenes Stimmengewirr aus Warnungen vor den negativen Folgen menschlicher Eingriffe und Beeinflussungen auf die Erde zieht sich durch das 20 und 21. Jahrhundert. Die gesellschaftliche Bewertung sogenannter Kassandrarufe – benannt nach den Vorhersagungen der Kassandra aus der griechischen Mythologie, deren Warnungen niemand hören oder wahrhaben wollte – gleichsam heterogen aus.[16] Edda Breit erinnert sich an ihre Beteiligung an der österreichischen Umweltbewegung der 1970er/80er Jahre:

Cover eines Buches hg. von DIE GRÜNEN im Bundestag/AK Frauenpolitik mit dem DaVinci Menschen in violett vor einem Globus.
Abb. 6: Das Buch zum Frauenkongress in Köln, 1987.

Und wir […] waren irgendwie so Kassandras, die in der Wüste geschrien haben und nicht gehört wurden und lächerlich gemacht worden sind an vielen Orten. Aber ich hätte gar nicht anders können. Ich habe da keine Wahl gehabt. Ich glaube das war schon irgendwie auch […] eine Gewissenssache.

Interview mit Edda Breit, 28.2.2023.

Damit regt sie zur Diskussion grundlegender Fragen an, die zentral für die Umweltbewegung, besonders auch aus der Geschlechterperspektive, sind: Warum engagiert sich jemand für den Schutz von Natur und Umwelt? Ist es eine Frage des Ge-/Wissens? Wer wird gehört und wer nicht? 

Einfache Antworten können hierzu nicht geliefert werden. Die historische Erforschung von Umweltaktivistinnen und ihren Motivationen und Handlungen macht allerdings Kontinuitäten und Brüche sichtbar, sodass daraus gegenwartsrelevante Erkenntnisse gewonnen werden können. Für Aktivismus und die Teilhabe an (sozialen) Bewegungen sind Netzwerke sowie der Aspekt der Hoffnung/-slosigkeit von Relevanz. Hoffnung oder Zuversicht erweisen sich als mitunter ausschlaggebend für die Handlungsbereitschaft und das Durchhaltevermögen der Akteur*innen.[17] Die deutsche Umweltaktivistin und Fridays-for-Future-Mitbegründerin Luisa Neubauer betonte in diesem Sinne auch 2022 in einem Interview:

Hoffnung ist harte Arbeit. Hoffnung heißt loslegen. Hoffnung heißt mitanpacken.[…] Und […] viel wichtiger als die Hoffnung in meinen Augen ist das Wissen, dass es ja anders geht, dass wir rauskommen können aus diesem fossilen Status quo. Und dann der Mut, den wir dann brauchen, um richtig loszulegen. Und dann kommt die Hoffnung oder sie kommt auch nicht. Solange wir was tun, ist schon das Wichtigste erreicht.

Luisa Neubauer im Gespräch mit Jule Reimer, Deutschlandfunk, 6.11.2022.

Auf meine Frage, ob denn dann das Engagement für die Umweltbewegung umsonst gewesen wäre, antwortet die steirische Umweltaktivistin Rosina Weber, hier abschließend:  

Nein, umsonst war es nicht. Denn alles eigentlich, was heute so aktiv geredet wird, haben wir damals versucht, auch unter die Leute zu bringen oder zu verstehen. Man hat das Ganze erst verstehen lernen müssen; wo wir uns allerdings leichter getan haben, weil wir im Krieg aufgewachsen sind und dadurch Mangelerscheinungen gekannt haben und gewusst haben, dass nicht alles auf den Bäumen wächst. Aber umsonst war es nicht.

Interview mit Rosina Weber, 3.6.2022.[18]

Die beispielhaften Statements von Natur- und Umweltschützerinnen des 20. und 21. Jahrhunderts verdeutlichen die starken Kontinuitäten auf individueller, diskursiver und struktureller Ebene. Viele der hier nur angedeuteten zentralen Aspekte des Aktivismus, wie etwa die Netzwerke und Kommunikationssysteme der Akteur*innen, werden in einem Forschungsprojekt der Autorin anhand von weiteren Biografien und Frauenstimmen erforscht.

Katharina Scharf

Abbildungen

Abb. 3: Edith und Hermann Ebers in einem Park, um 1928. Quelle: Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Deutsches Kunstarchiv NL Ebers, Hermann, I,A-27-0036.

Abb. 5: Private Zeichnung, Annie-Francé Harrar und die Bodenlebewelt „Edaphon“ (1951). Quelle: Land Oberösterreich, Bibliothek der OÖ Landes-Kultur GmbH, Nachlass Annie Francé-Harrar. Mit freundlicher Genehmigung. Kopie aus: Andreas J. Hirsch, Boden lebt! Leben und Werk der Annie Francé-Harrar, Linz 2016.

Anmerkungen

[1] Interview mit Edda Breit, geführt von Katharina Scharf, 28.2.2023, Aufnahme bei der Autorin.

[2] Ansätze der Umweltgerechtigkeit und Klimagerechtigkeit stellen Macht-, Gleichheits- und Verteilungsfragen in den Mittelpunkt. Siehe etwa: Angela Kallhoff (Hg.), Klimagerechtigkeit und Klimaethik, Berlin 2015; Brendan Coolsaet (Hg.), Environmental Justice. Key Issues, London 2020.

[3] Siehe etwa: Patrick Kupper, Umweltgeschichte, Göttingen 2021; Verena Winiwarter/Martin Knoll, Umweltgeschichte. Eine Einführung, Köln/Weimar/Wien 2007.

[4] Siehe etwa: Libertad Chavez-Rodriguez, Klimawandel und Gender. Zur Bedeutung von Intersektionalität für die soziale Vulnerabilität in überflutungsgefährdeten Gebieten, Leverkusen-Opladen 2014; Lara Stevens/Peta Tait/Denise Varney (Hg.), Feminist Ecologies. Changing Environments in the Anthropocene, Cham 2018.

[5] Siehe etwa: James Beatti/Ruth Morgan/Margaret Cook (Hg.), Gender and Environment. International Review of Environmental History. Special issue, 7 (2021); Donna J. Haraway, Simians, Cyborgs, and Women. The Reinvention of Nature, New York 1991; Sherilyn McGregor (Hg.), Routledge Handbook of Gender and Environment, London 2017; Carolyn Merchant, Earthcare. Women and the Environment, New York 1996; Nancy Unger, Beyond Nature’s Housekeepers. American Women in Environmental History, Oxford 2012; Virginia J. Scharff (Hg.), Seeing Nature Through Gender, Lawrence 2003.

[6] Unter dem Begriff „Frauen“ werden hier alle Menschen aller Geschlechter und Identitäten inkludiert, die sich selbst als Frau verstehen.

[7] Siehe dazu etwa das Beispiel der US-amerikanischen Meeresbiologin und Umweltaktivistin Rachel Carson, die als Wissenschaftlerin aufgrund ihres Geschlechts diskreditiert wurde: Joni Seager, Rachel Carson was Right – Then, and Now, in: Sherilyn MacGregor (Hg.), Routledge Handbook of Gender and Environment, London 2017.

[8] Zur Figur der Frau als „natural environmental carer” siehe etwa: Melissa Leach: Earth Mother Myths and Other Ecofeminist Fables. How a Strategic Notion Rose and Fell, in: Development and Change 38 (2001) 1, 67–85. Siehe zudem: Sabine Hofmeister/Christine Katz/Tanja Mölders (Hg.), Geschlechterverhältnisse und Nachhaltigkeit. Die Kategorie Geschlecht in den Nachhaltigkeitswissenschaften, Opladen 2013. Zum Beispiel der Windel-Thematik: Martin Schmid/Ortrun Veichtlbauer, Vom Naturschutz zur Ökologiebewegung. Umweltgeschichte Österreichs in der Zweiten Republik, Innsbruck/Wien/Bozen 2006.

[9] Edith Ebers, Schützt unsere Umwelt!, in: Jahrbuch des Vereins zum Schutze der Alpenpflanzen und -Tiere 14 (1942), 47–51. Während der Zeit des Nationalsozialismus arbeitete Edith Ebers bei dem Landschaftsarchitekten Alwin Seifert in der Generalinspektion für das deutsche Straßenwesen, im Bereich im Bereich Naturschutz beim Alpenstraßenbau. Eine genauere biografische Untersuchung ihrer Rolle und Positionierung im Nationalsozialismus sowie eine diesbezügliche kritische Analyse ihrer Texte kann an dieser Stelle nicht angeführt werden. Quellen zeigen allerdings auf, dass sie kein Parteimitglied war und seitens der Gauleitung München 1941 beanstandet wurde, dass sie „noch keinerlei Interesse für unsere Bewegung gezeigt“ habe. BArch R 9361-II/189544, Ebers, Edith.

[10] Katharina Scharf, Die Umweltbewegung in Österreich aus frauen- und geschlechterhistorischer Perspektive. Eine Lang–Zeit–Geschichte, in: zeitgeschichte 50/2 (2023), 237–260.

[11] Siehe etwa: Joachim Radkau, Die Ära der Ökologie. Eine Weltgeschichte, München 2011; Scharf, Die Umweltbewegung in Österreich.

[12] In der Grundidee geht es der Umwelt(schutz)bewegung um die bewusste Veränderung von Machtdynamiken sowie um die Reformation bestehender Formen gesellschaftlicher Interkation mit der natürlichen Welt. Vgl. Frank Uekoetter, Consigning Environmentalism to History? Remarks on the Place of the Environmental Movement in Modern History, in: RCC Perspectives 7 (2011), 1–36, 9.

[13] Sela Miller, Die verborgene Sängerin, 18.11.2020, URL: https://www.wildeprosa.de/2020/11/die-verborgene-saengerin-25-2/ (abgerufen am 7.9.2023). Zu Annie Francé-Harrar siehe etwa: Andreas Hirsch, Boden lebt! Leben und Werk der Annie Francé-Harrar, Linz 2016; Heide Inhetveen/Mathilde Schmitt/Ira Spieker, Passion und Profession. Pionierinnen des ökologischen Landbaus, München 2021.

[14] Siehe etwa: Elicia M. Cousins, Mobilizing Motherhood: The Gendered Burden of Environmental Protection, in: Sociology Compass 15 (2021) 5, 1–14; Astrid Mignon Kirchhof, Frauen in der Antiatomkraftbewegung. Am Beispiel der Mütter gegen Atomkraft, in: Kirchhof, Umweltgeschichte und Geschlecht, 48–57.

[15] Siehe auch: Anne Bieschke, Die unerhörte Friedensbewegung. Frauen, Krieg und Frieden in der Nuklearkrise (1979–1983), Essen 2018.

[16] Siehe etwa: Frank Uekötter/Jens Hohensee (Hg.), Wird Kassandra heiser? Die Geschichte falscher Ökoalarme, Stuttgart 2004.

[17] Heinrich Böll Stiftung, Ein Jahr Fridays For Future – Erste umfassende Studie veröffentlicht, 19.8.2019, URL: https://www.boell.de/de/2019/08/19/ein-jahr-fridays-future-erste-umfassende-studie-veroeffentlicht (abgerufen am 7.9.2023); Forschungsjournal Soziale Bewegungen, DeGruyter, URL: https://www.degruyter.com/journal/key/fjsb/html#issues (abgerufen am 7.9.2023).

[18] Interview mit Rosina Weber [und Erich Kitzmüller], geführt von Katharina Scharf, 3.6.2022, Aufnahme bei der Autorin.

By |2023-12-17T00:37:38+01:0015. Oktober 2023|Gesellschaft&Geschichte|0 Comments

Katharina Scharf ist Postdoc für Kultur- und Geschlechtergeschichte an der Universität Graz und arbeitet an ihrem Habilitationsprojekt „Environmental Women“ zur frauen- und geschlechterhistorischen Erforschung der Natur- und Umweltschutzbewegungen. Sie verortet ihre Forschungsschwerpunkte in den Bereichen Frauen- und Geschlechter, Umwelt-, Tourismus-, Europäische Regionalgeschichte und der Geschichte des Nationalsozialismus. Sie hat Geschichte und Germanistik an der Universität Salzburg studiert. Ihre Dissertation zur Tourismusgeschichte Salzburgs und Savoyens erschien 2021 beim StudienVerlag. Ihre Masterarbeit zur NS-Frauenschaft wurde 2016 mit dem Erika-Weinzierl-Preis ausgezeichnet und 2021 beim Anton Pustet Verlag publiziert. Kürzlich erschien auch der UTB-Band „Europäische Regionalgeschichte“ (mit Co-Autor Martin Knoll).

Leave A Comment

Die folgenden im Rahmen der DSGVO notwendigen Bedingungen müssen gelesen und akzeptiert werden:
Durch Abschicken des Formulares wird dein Name, E-Mail-Adresse und eingegebene Text in der Datenbank gespeichert. Für weitere Informationen wirf bitte einen Blick in die Datenschutzerklärung. Alle Kommentare werden vor Freischaltung von uns überprüft.