Warum die Wissenschaft eine Reform braucht. Eine Analyse

Die Wissenschaft steht in der Kritik. Gesellschaften im Wandel suchen eine andere Struktur und Organisation von verlässlichem Wissen; weg von der exklusiven Expertise, hin zu einer demokratisierten. Diese Öffnung bietet neue Chancen, um globalen Herausforderungen und wissenschaftsskeptischen Strömungen zu begegnen.

Ärzt*innen in weißen Kitteln gehen eine Straße entlang
Quelle: Coombesy via Pixabay.com

In einer Welt, die ständig komplexer wird, scheint das System Wissenschaft[1] einen letzten, sicheren Anker zu bieten. Dementsprechend viel Geld geben Regierungen für wissenschaftliche Expertise aus.[2] Damit wird aber auch die Macht verschoben und das demokratische Prinzip unterwandert.[3] Michel Foucault hat das schon früh erkannt und davon gesprochen, dass wir in „einer Gesellschaft des Richter-Professors, des Richter-Arztes, des Richter-Sozialarbeiters“[4] leben. Er verdeutlichte so die Ausdehnung von Kontroll- und Sanktionsgewalten, aber auch die Verwissenschaftlichung des politischen Apparats. Das System Wissenschaft zehrt von seinem objektiven und rationalen Nimbus. Kein Glauben mehr, sondern überprüfbare und regelhaft gewonnene Aussagen. Aber immer noch exklusiv. Nur die klügsten Köpfe des akademischen Systems scheinen geeignet, verlässliches und für die ganze Gesellschaft anwendbares Wissen zu gewinnen.[5] Diese Exklusivität zeigt sich auch bei rezenten Phänomenen. Im medialen Corona-Diskurs werden virologische und epidemiologische Fächer hauptsächlich von weißen Männern vertreten. Gleichzeitig konnten diese am STEM-Forschungsboom rund um Covid-19 besonders stark partizipieren. Werden doch Care-Aufgaben weiterhin seltener an sie adressiert.

Corporate Claims

Das System Wissenschaft war und ist weder demokratisch noch frei von gesellschaftlichen Deutungsrahmen (sogenannten Frames) und Meinungen.[6] Dies zeigt sich gut an den lange salonfähigen Ausschlüssen von Frauen und marginalisierten Gruppen. Vom Umgang mit Homo-, Bi-, Inter- und Transsexualität und davon betroffenen Personen gar nicht zu reden. Und mit Genetic Engineering und Designer Babys wird bereits ein nächstes Kapitel mit höchster Geschlechts- bzw. Geschlechterrelevanz aufgeschlagen. An diesen Beispielen lässt sich ablesen, dass die Forschenden keineswegs konsequent den wissenschaftlichen Prinzipien von Objektivität, Rationalität und Redlichkeit folgten. Allerdings – und hier kommt die zentrale Crux – machten sie dies aber vielfach zu ihrer Corporate Identity und leiten daraus teilweise bis heute eine privilegierte Diskursposition ab.[7]

Corporate Business

Mann mit Aktentasche und Buch
Quelle: Pexels via Pixabay.com

Vor diesem Hintergrund muss die Frage gestellt werden, wer überhaupt in die Forschungsgemeinschaft aufgenommen wird und wer nicht. Ein eindrückliches Erlebnis aus eigener Erfahrung: Ich habe vor ein paar Jahren einen Forschungsaufenthalt an der University of California, Berkeley, absolviert. Eine Hochschule, die zu den Public Ivies gezählt wird. In der sogenannten Bay Area gibt es große afro-amerikanische, hispanische und asiatische Communities. An der Universität selbst waren die ersten beiden Gruppen so gut wie nicht vertreten – außer als Arbeitskräfte in der Cafeteria und Gartenpflege.

Der universitäre Lehr- und Forschungsbetrieb selbst ist klar hierarchisiert. Die nach wie vor männlich dominierten Lehrstühle akkumulieren viele Befugnisse und Ressourcen.[8] Die übrigen Fakultätsmitglieder müssen mit deutlich weniger auskommen. Hinzu kommt, dass auch das System Wissenschaft dynamisch funktioniert. Daher lassen sich sowohl eine gewisse Trägheit als auch die multiplikatorische Strahlkraft von Trends beobachten. Dieses Funktionsprinzip wurde von Ludwik Fleck bereits in den 1930er Jahren erkannt. Er sprach von sogenannten Denkstilen und -kollektiven. Mit dem ersten Begriff beschrieb er den gelenkten Blick der Forschenden, der es nicht so leicht zulässt, den etablierten Fokus über den Haufen zu werfen. Gleichzeitig übt das Denkkollektiv, das ist die einem bestimmten Paradigma verhaftete Forschungsgemeinschaft, Druck und eine Gatekeeper-Funktion aus.[9]

Die von Jacques Derrida geforderte „unbedingte Universität“, die es erlaubt, alles zu hinterfragen und zu denken, ist bis heute Fiktion.[10] Vielmehr ist das Modell in jüngster Vergangenheit unter besonderen Druck geraten. Einerseits indem nationalistische und rechtspopulistische Gruppierungen versuchen, die offene Debatte für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Andererseits indem Safe-place- und No-platforming-Kräften vorgeworfen wird, es mit der Meinungs- und Redefreiheit nicht so genau zu nehmen.[11]

Un-wissenschaftliche Probleme

Wassertropfen auf schwarzer Fläche
Quelle: Sourabh yadav via Pixabay.com

Zu diesen internen Problemen kommen aber noch weitere von außen hinzu. Das System Wissenschaft wird zunehmend mit Problemen befasst, die es mit seinen Methoden und Mitteln gar nicht lösen kann.[12] Paradoxerweise gewinnen gerade solche Forschungsvorhaben hochdotierte Grants. Das hängt mit der exzellenten politischen und ökonomischen Verwertbarkeit von wissenschaftlicher Evidenz zusammen. Damit wird auch offensichtlich, wie eng die Systeme von Wissenschaft, Politik, (Markt-)Wirtschaft und Technologie inzwischen verflochten sind.

Ein Beispiel: Suizidales Verhalten von Menschen stellt ein sehr altes Phänomen dar. Selbst in Zeiten schlimmster Sanktionierung und ‚Sippenhaftung‘ verschwand es nicht. Und obwohl Risikofaktoren und Vulnerabilitäten intensiv erforscht werden, gibt es noch immer keine verlässliche Antwort, warum Menschen sich selbst töten. Das gilt übrigens auch für die etablierte Verknüpfung mit der depressiven Störung. Angesichts der weiten Verbreitung dieser Erkrankung wäre eine hohe Anzahl an Suizidtoten zu vermuten. In Relation betrachtet ist sie aber gering.[13] Daraus ergibt sich, dass die depressive Störung ein Symptom, aber kaum die Ursache suizidalen Handelns darstellt. Besonders schwer wiegt, dass es im akademischen Betrieb oft keinen Platz für Betroffene und damit wichtige Wissenssubjekte gibt. Diese „epistemische Ungerechtigkeit“ trifft u. a. Menschen, die an Krankheiten, dem Klimawandel, sozialen Stigmatisierungen leiden.[14] Dies wiegt umso schwerer, da Krisen und Verwerfungen ohnehin eine wissenschaftsskeptische Haltung fördern und so Verschwörungstheorien schnell an Grund gewinnen können.[15]

Quantifizierung und Metrisierung

Sandwich wird vermessen
Quelle: Steve Buissinne via Pixabay.com

Das System Wissenschaft kämpft aber noch mit einem weiteren Problem – und zwar einem Qualitätsproblem. Dies scheint auf den ersten Blick vordergründig den STEM-Bereich zu betreffen. Da aber die metrischen und quantifizierenden Methoden zunehmend auch in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften an Terrain gewinnen, ist diese Thematik eine übergreifende.[16] Konkret handelt es sich hierbei um die Nicht-Wiederholbarkeit von Studien bis hin zum Fehlen einer statistischen Signifikanz für die behaupteten Zusammenhänge.[17] Hinzu kommt, dass auch die sogenannten exakten Wissenschaften mit dem Phänomen konfrontiert sind, das derselbe Datensatz eine Reihe unterschiedlicher Auswertungsstrategien und Schlüsse zulässt.[18] Diese Erscheinungen werden durch das aktuelle Prinzip des Forsche-und-publiziere-oder-geh-zugrunde befeuert. Inzwischen ist nämlich der quantitative Output in Form von möglichst vielen Journal-Artikeln zu einem Qualitätsmerkmal erkoren worden. Weiters kommt hinzu, dass die bloße Summe der angeworbenen Drittmittel die Reputation von Forschenden hebt.[19] Hier stellt sich die dringende Frage, inwieweit diese Drittmittel die selbstauferlegte Unabhängigkeit und Objektivität gefährden. Damit verbunden gilt es auch zu erörtern, ob so eine wenig innovative, dafür aber bequeme Forschung gefördert wird.

Post-normale Wissenschaft

Aus der Zusammenschau ergibt sich, dass die Praxis und Struktur der Wissenschaft krisenhaft geworden ist. Die Debatte um das sogenannte postfaktische Zeitalter legt hier einen Finger in die Wunde.[20] Dieses Schlagwort suggeriert, dass frühere, modern-verwissenschaftliche Gesellschaften einen größeren Wert auf Objektivität und Faktentreue gelegt hätten. Dies darf bezweifelt werden. So waren im Fin de Siècle zahlreiche Wissenschaftler und Politiker von der „physiologischen Minderwertigkeit des Weibes“ fest überzeugt und verwehrten Frauen so die akademische und demokratische Partizipation.[21] Vor diesem Hintergrund ist die Rede von der post-normalen Wissenschaft[22] vielmehr als eine Strategie zu werten, um die etablierten Hierarchien und Strukturen zu bewahren. Ansonsten würde die Forschungsgemeinschaft versuchen die „Demokratisierung der Expertise“[23] voranzutreiben und auch außerwissenschaftliche Stimmen (betroffene Personen, Künste[24], Whistleblowers, Journalismus, Blogs etc.)[25] besser und stärker in den Prozess der Wissensgewinnung zu integrieren. Hinzu kommt, dass das qua des Systems Wissenschaft begründete und vermittelte Machtgefälle zwischen forschendem und beforschtem Subjekt noch immer vorhanden ist. Und damit die Frage der Blickrichtung und wer sehen, erkennen und benennen kann. Wie von Donna Haraway und Karen Barad formuliert, beschreiben und zeigen die Wissenschaften aber nicht nur.[26] Sie verändern und intervenieren vielmehr und sind daher als kulturelle Praktik und produktive Kraft zu fassen. Und damit werden Fragen von Verantwortung, Positionierung und Situiertheit umso offenkundiger.

Wissenschaftskommunikation

Drei Personen sitzen vor einer Ausstellungswand mit Porträtfotos
Quelle: Gerd Altmann via Pixabay.com

An genau diesen Punkten muss gute Wissenschaftskommunikation ansetzen. Sie muss zuvorderst erklären, wie akademische Forschung überhaupt funktioniert. Sie muss den Stellenwert von dominanten Denkschulen, kontroversen Debatten und widerstreitenden Methoden und Theorien herausarbeiten. Und dass diese Phänomene den wissenschaftlichen Alltag ausmachen, also keine Ausnahme sind. Dies lässt sich übrigens gut am Nebeneinander von Allgemeiner Relativitätstheorie und Quantentheorie(n) erläutern. Sie vermögen es Gravitation bzw. Atome, Moleküle und deren Bindungen zu beschreiben, widersprechen sich aber in ihrer Auffassung von Zeit.[27]

Damit zusammenhängend gilt es zu betonen, dass sämtliche Wissenschaften stets ‚nur‘ Näherungen und höchstens plausible Antworten liefern können. So etwas wie exakte Wissenschaften gibt es nämlich nicht. Damit ist übrigens nicht gemeint, dass Gleichungen keine Ergebnisse wie x = 2 zulassen. Das tun sie sehr wohl. Vielmehr geht es darum, dass keine Disziplin die Wirklichkeit 1:1 abbilden und daher erforschen kann. Selbst wenn man im Labor ein Problem isoliert und ihm mit sorgfältig ausgewählten Axiomen zu Leibe rückt. Genau diese unhinterfragten Grundannahmen und das Abtrennen der Kontexte können nämlich dazu führen, dass wichtige Einflussgrößen übersehen werden. Und damit sind auch Faktoren gemeint, von denen man nicht einmal weiß, dass sie von Relevanz sind. Plastizität, Relativität und Temporalität verfügen nämlich über ein außerordentliches Potenzial, wie man inzwischen etwa aus der Gehirnforschung und der Epigenetik weiß.

Diese Herausforderungen sind übrigens auch ein Grund dafür, warum sich so viele aus den mathematisch-logischen Disziplinen für die Epistemologie begeistern, also die Lehre davon, wie Erkenntnis eigentlich gewonnen werden kann. Gleichzeitig gilt es den Ausbau der Wissenschaftskommunikation und -übersetzung voranzutreiben und zu diversifizieren. Damit sind nicht nur klassische journalistische Formate in den Massenmedien gemeint. Sondern auch die neuen Optionen und Kooperationsmöglichkeiten, die sich durch das Web 2.0 und Arts-based science communication bieten.

Demokratisierung

Türschild mit der Aufschrift "Change"
Quelle: Gerd Altmann via Pixabay.com

Vor dem Hintergrund der skizzierten Problematiken ist es wichtig, dass das System Wissenschaft einerseits entmystifiziert und andererseits geöffnet wird.[28] Die Konzepte von Partizipation, Transparenz, Übersetzung und Verantwortung spielen hier eine große Rolle. Aber auch, dass wissenschaftliches Wissen stets in seinen Entstehungszusammenhängen, den Diskurskonventionen unterworfen und als historisch situiert betrachtet werden muss. Dazu bedarf es auch einer kritischen Reflektion „der Vorstellung von einer entkörperten, freischwebenden Objektivität und entsprechenden Wahrheitsansprüchen“.[29] Die Gewinnung plausiblen Wissens muss ins Zentrum der Gesellschaft wandern und mitgestalt- und hinterfragbar werden. Je mehr Menschen sich mit ihren Kompetenzen einbringen (können), desto förderlicher ist das für demokratische Prozesse. Umgekehrt, je mehr sich die wissenschaftliche Forschung abkapselt, desto anfälliger ist sie auch für Intransparenz, Missbrauch und letztendlich auch Ablehnung.

Michaela Maria Hintermayr

Anmerkungen

[1] Mit „System Wissenschaft“ meine ich die regelgeleitete Praxis der Wissensgewinnung an akademischen und außeruniversitären Einrichtungen sowie die dort in Forschung und Lehre tätigen Personen.

[2] Auch hier spielt die Dimension Geschlecht eine wichtige Rolle: Die Führungsetagen von großen Consulting-Firmen sind nach wie vor männlich dominiert und große Gender Pay Gays üblich. Madison Marriage, Big consultancies struggle to close the gender pay gap. In: Financial Times, January 30 (2019), online unter https://www.ft.com/content/c8118e14-143e-11e9-a168-d45595ad076d, Zugriff: 01.12.2019.

[3] Peter Weingart konstatiert in diesem Zusammenhang nicht nur eine „Verwissenschaftlichung der Politik“ und eine „Politisierung der Wissenschaft“, sondern auch eine „Medialisierung der Beziehung zwischen Wissenschaft und Politik“. Peter Weingart, From “Finalization” to “Mode 2”: old wine in new bottles? In: Social Science Information 36/4 (1997), 591–613, hier 605–607.

[4] Michel Foucault, Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses (Frankfurt/M. 1998), 392–393. Zur fehlenden Reflektion des Geschlechterdispositivs bei Michel Foucault: Margaret A. McLaren, Feminism, Foucault, and Embodied Subjectivity (Albany 2002). Angela King, The Prisoner of Gender: Foucault and the Disciplining of the Female Body. In: Journal of International Women’s Studies 5/2 (2004), 29–39.

[5] Megan Frederickson, COVID-19’s gendered impact on academic productivity, github.com, 11.06.2020, online unter https://github.com/drfreder/pandemic-pub-bias/blob/master/README.md, Zugriff: 01.06.2020.

[6] Jerome Ravetz, The Merger of Knowledge with Power (London und New York 1990).

[7] Im Zentrum dieser Position steht, dass die „normale“ Wissenschaft der Wahrheit verpflichtet ist und diese auch exakt extrahieren kann. Jürgen Koller, Postnormale oder Postmoderne Wissenschaft – Eine Betrachtung. In: Tabula Rasa 45 (2012), online unter http://www.tabvlarasa.de/45/Koller.php, Zugriff: 03.12.2019.

[8] Derzeit werden nur 23 % der Lehrstühle an den größten deutschen Hochschulen von Frauen besetzt. Erhebungszeitraum: September/Oktober 2018. Gender-Debatte an Hochschulen, WBS Gruppe, online unter https://www.wbs-gruppe.de/gender-debatte-hochschulen/, Zugriff: 10.07.2020.

[9] Diese von dominierenden Netzwerken und Fachkulturen ausgeübte Funktion zeigt sich anfällig für einen Gender Bias. Karin Zimmermann, Berufungsverfahren zwischen Affiliation und Human Resources – Auf dem Weg in ein „Akademisches Personalmanagement“? In: Zeitschrift für Hochschulentwicklung 1/2 (2006), 85–94.

[10] Jacques Derrida, Die unbedingte Universität (Frankfurt/M. 2001).

[11] Marie Thompson, The Discomfort of Safety, Society and Space 2017, online unter http://eprints.lincoln.ac.uk/id/eprint/26426/7/26426%20the%20discomfort%20of%20safety%20MT%20Final.pdf, Zugriff: 01.02.2020. Evan Smith, The National Union of Students and the Policy of ‘No Platform’ in the 1970s and 1980s. In: Jodi Burkett (Hg.), Students in Twentieth-Century Britain and Ireland (Cham 2018), 203–224.

[12] Andrea Saltellia, Silvio Funtowicza, What is science’s crisis really about? In: Futures 91 (2017), 5–11.

[13] Jede vierte in Österreich lebende Person scheint in ihrem Leben zumindest einmal eine depressive Episode zu erleben. Im Jahr 2016 suizidierten sich landesweit 1.204 Menschen. Der Standard (Gesundheit), Jeder vierte Österreicher hatte bereits eine Depression, online unter https://www.derstandard.at/story/2000088189851/was-die-oesterreicher-ueber-depressionen-wissen, Zugriff: 27.11.2019. Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (Hg.), Suizid und Suizidprävention in Österreich. Bericht 2017 (Wien 2018), 11.

[14] Miranda Fricker, Epistemic Injustice. Power and the Ethics of Knowing (Oxford 2007).

[15] Michael Butter, Peter Knight (Hg.), Routledge Handbook of Conspiracy Theories (London und New York 2020).

[16] Sabine Hark, Johanna Hofbauer (Hg.), Vermessene Räume, gespannte Beziehungen. Unternehmerische Universitäten und Geschlechterdynamiken (Berlin 2018).

[17] Saltellia/Funtowicza, What is science’s crisis really about? In: Futures 91 (2017), 5-11.

[18] R. Botvinik-Nezer, F. Holzmeister, C. F. Camerer et al., Variability in the analysis of a single neuroimaging dataset by many teams. In: Nature 582, (2020), 84–88, online unter https://doi.org/10.1038/s41586-020-2314-9, Zugriff: 31.05.2020.

[19] Hier setzt sich der von Van den Besselaar und Sandström monierte „vicious circle“ für Frauen fort. Aufgrund des Gender Bias in der Wissenschaft sind höhere wissenschaftliche Positionen für Frauen schwerer zu erreichen. Dies beeinflusst wiederum negativ die Aussicht auf Grants und Drittmittel. Peter Van Den Besselaar, Ulf Sandström, Vicious circles of gender bias, lower positions, and lower performance:  Gender differences in scholarly productivity and impact. In: PLoS One 12/8 (2017), 1–16.

[20] Carl Bybee, Can Democracy Survive in the Post-Factual Age? A Return to the Lippmann-Dewey Debate about the Politics of News. In: Journalism and Communication Monographs (1999), 27–66. Ralph Keyes, The Post-Truth Era: Dishonesty and Deception in Contemporary Life (New York 2004).

[21] Paul Julius Möbius, Über den physiologischen Schwachsinn des Weibes (5. Aufl., Halle 1903). Otto Weininger, Geschlecht und Charakter (Wien und Leipzig 1920).

[22] Jerome Ravetz, Postnormal Science and the maturing of the structural contradictions of modern European science. In: Futures 43 (2011), 142–148.

[23] Chiara Carrozza, Democratizing Expertise and Environmental Governance: Different Approaches to the Politics of Science and their Relevance for Policy Analysis. In: Journal of Environmental Policy and Planning 17/1 (2015), 108–126.

[24] In diesem Kontext gilt es auf die bereits etablierten Ansätze der Arts-informed research (AIR) und Arts-based research (ABR) hinzuweisen. Während die AIR künstlerisches Arbeiten als Methode begreift, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, schreibt die ABR der künstlerischen Tätigkeit die Funktion von Forschung und Erkenntnisgewinn zu. Margrit Schreier, Kontexte qualitativer Sozialforschung: Arts-Based Research, Mixed Methods und Emergent Methods. In: FQS 18/2 (2017) Art. 6, online unter http://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/article/view/2815/4096, Zugriff: 02.12.2019.

[25] Saltellia/Funtowicza, What is science’s crisis really about? In: Futures 91 (2017), 5-11.

[26] Donna Haraway, Die Neuerfindung der Natur. Primaten, Cyborgs und Frauen (Frankfurt/M. u. a. 1995). Karen Barad, Meeting the Universe Halfway. Quantum Physics and the Entanglement of Matter and Meaning (Durham 2007).

[27] Die Suche nach bzw. Hoffnung auf eine konsistente Quantengravitation soll diese Differenz überwinden.

[28] Hier setzt die Open-Science-Bewegung an. Das Movement ist divers und umfasst Zugänge, welche infrastrukturelle, demokratische und innovationsbezogene Fragen, aber auch solche des Impacts und der öffentlichen Verfügbarkeit adressiert. Benedikt Fecher, Sascha Friesike, Open Science: One Term, Five Schools of Thought. In: Sönke Bartling, Sascha Friesike (Hg.), Opening Science. The Evolving Guide on How the Internet is Changing Research, Collaboration and Scholarly Publishing (Cham 2014), 17–47.

[29] Mona Singer, Feministische Wissenschaftskritik und Epistemologie: Voraussetzungen, Positionen, Perspektiven. In: Ruth Becker, Beate Kortendiek (Hg.), Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie (2. Aufl., Wiesbaden 2008), 285–294, hier 293.

Von |2020-09-15T15:04:46+02:0015. Juli 2020|Gesellschaft&Geschichte|0 Kommentare

Ingeneurin für Mediendesign und -technik, Studium der Geschichte an der Universität Wien. Promotion am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien mit der Arbeit: „Suizid und Geschlecht in der Moderne. Wissenschaft, Medien und Individuum (Österreich 1870-1970)“. Forschungsaufenthalte am Institut für Soziologie und Gender Studies der Ludwig-Maximilians-Universität München und am Department of History der UC Berkeley. Gründerin von: in Schreiblaune. Wissenschaftliche Schreibberatung und Mentoring. Autorin bei: Mental Magazine. Forschungsschwerpunkte: Historische Geschlechterforschung, Geschichte von Trauma und Tod, Wissenschaftsgeschichte.

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