Vergangene Veranstaltungen

fernetzt bei Geschichte am Mittwoch

Hörsaal 30, Universität Wien, Institut für Geschichte, Universitätsring 1, 1010 Wien

Anna Petutschnig (Münster): „So geen wir groß swannger“. Vaterschaft als Aspekt hochadeliger Männlichkeit im Spätmittelalter Kommentare: Julia Lenart und Carina Siegl Moderation: Nadjeschda Stoffers   06. Mai 2026, 18:30-20:00 Uhr, Universität Wien, Institut für Geschichte, Universitätsring 1, 1010 Wien, Hörsaal 30   Abstract: Mitte Februar 1476 informiert Albrecht „Achilles“ von Brandenburg (1414–1486) seinen Freund Graf Ulrich von Württemberg in einem Brief über die Schwangerschaft seiner zweiten Ehefrau Anna von Sachsen (1437–1512) mit dem gemeinsamen zwölften Kind. Auffallend ist dabei die Formulierung, die er dafür wählt: Sie vermittelt nicht nur den Anschein von Prahlerei – immerhin war der Kurfürst im Begriff, bereits zum 18. Mal Vater zu werden –somit war der Fortbestand seiner Dynastie ausreichend gesichert –, sondern sie lässt auch erahnen, dass Albrecht sich wohl als aktiv in die Schwangerschaft involviert empfand. Im Vortrag wird beleuchtet, was Albrecht hinsichtlich seiner eigenen Vaterschaft und den damit in Verbindung stehenden Handlungen in Briefen kommuniziert und inwiefern er in weiterer Folge Vaterschaft zur Untermauerung seiner Männlichkeit genutzt hat. Die vorgestellten Ergebnisse sind Teil des laufenden Dissertationsprojekts der Vortragenden, das mittels der Auswertung von Briefen des Hohenzoller’schen Fürsten und seines Umfelds zur Erforschung von historischer Vaterschaft beiträgt.   Zu den Vortragenden: Anna Petutschnig ist

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Hörsaal 30, Universität Wien, Institut für Geschichte, Universitätsring 1, 1010 Wien und online via Zoom

Viktoria Wind (Graz): Arbeiter-Soldaten, Republikaner in Uniform oder ‚wehrhafte‘ Proletarier? Aushandlungen sozialistisch-militärischer Männlichkeiten in Österreich (1914–1934) Kommentar: Veronika Helfert Moderation: Carina Siegl 26. November 2025, 18:30-20:00 Uhr Ort: Hörsaal 30, Universität Wien, Institut für Geschichte, Universitätsring 1, 1010 Wien und online via Zoom Abstract: Das Dissertationsprojekt rückt die vergeschlechtlichten Konstruktionen der Figuren des „Arbeiters“ und des „Soldaten“ als relationale Prozesse in den Mittelpunkt. Im Anschluss an de-/konstruktivistische Ansätze, die die Instabilität und Performativität (historischer)Geschlechterordnungen betonen, untersucht es die Aushandlung militärischer Männlichkeiten sowie die darin eingeschriebenen Aneignungs- und Widerstandspraktiken im Kontext der österreichischen Sozialdemokratie während des Ersten Weltkriegs und in der Ersten Republik. Der Betrachtungszeitraum von 1914 bis 1934 eröffnet den Blick auf Brüche und Kontinuitäten, die neue Erkenntnisse zu Re-/Militarisierungsprozessen und zur Rolle dabei wirkmächtiger Geschlechterbilder erwarten lassen. Im Zentrum steht die Frage, wie sich proletarische, antifaschistische und republikanische Bedeutungsdimensionen mit Vorstellungen des männlichen Staatsbürgers als Beschützer verbanden. Der erste Schwerpunkt des Projekts liegt auf den sozialdemokratischen Re-/Formulierungen kriegspropagandistischer Soldatenbilder im Ersten Weltkrieg. Ein zweiter Fokus richtet sich auf die Konstruktion eines spezifisch republikanischen soldatischen Männlichkeitsideals in der Ersten Republik. Der Konstruktionsprozess ging auch mit der Infragestellung vermeintlich stabiler Hierarchien im Männerbund „Militär“ einher und war mit vergeschlechtlichten Praktiken der

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